Craniosacrale Therapie (CST)
Wenn Stille bewegt….
Manchmal braucht Heilung keine Kraft.
Keinen Druck.
Kein „Tun“.
Manchmal reicht es, dem Körper zuzuhören
Die Craniosacrale Therapie (CST) ist eine besonders sanfte, tiefgehende Form der Osteopathie. Sie arbeitet mit den feinen, natürlichen Rhythmen des Körpers und unterstützt dessen Fähigkeit zur Selbstregulation und Selbstheilung – beim Tier ebenso wie beim Menschen.
Der craniosacrale Rhythmus – ein leiser Pulsschlag
Neben Herzschlag und Atmung besitzt jedes Lebewesen einen weiteren Rhythmus: den craniosacralen Rhythmus. Er entsteht durch das feine Pulsieren der Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit und ist über das Bindegewebe im gesamten Körper ertastbar.
Dieser Rhythmus:
- gibt Aufschluss über Spannungen und Blockaden
- zeigt funktionelle Einschränkungen
- dient sowohl der Diagnose als auch der Therapie
Er ist ein stiller Informationsgeber – ehrlich, direkt und unverfälscht.
Ziel der Craniosacralen Therapie
Das klare Ziel der CST ist die freie Entfaltung des craniosacralen Rhythmus im gesamten Körper.
Wenn dieser Rhythmus wieder ungehindert fließen kann:
- beruhigt sich das Nervensystem
- werden Organe besser versorgt
- und die Selbstheilungskräfte werden aktiviert
Kurz gesagt: Der Körper findet zurück in seine innere Ordnung.
Anwendungsgebiete
Die Craniosacrale Therapie kann unterstützend eingesetzt werden bei:
- akuten und chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates
- Verhaltensauffälligkeiten wie Angst, Nervosität oder Aggressivität
- sogenannten „Unarten“* (z. B. Headshaking, Weben)
- akuten und chronischen Organerkrankungen
- Stoffwechselerkrankungen
* Häufig Ausdruck innerer Spannungen oder einer Überlastung des Nervensystems.
Palpation – zuhören mit den Händen
Die Grundlage der Craniosacralen Therapie ist die Palpation – das bewusste Ertasten und Erfühlen.
Als Craniosacral-Therapeut arbeite ich am anderen Ende der Skala:
- mit sanften Abtasttechniken
- minimal invasiv
- ohne Druck oder Zwang
Warum?
Weil ein Körper nur dann echte Informationen preisgibt, wenn er sich nicht wehren muss. Kräftiges, invasives Abtasten führt meist zu Schmerz und Abwehr. Dabei erfährt man vor allem etwas über den Schutzmechanismus des Körpers – nicht über den eigentlichen gesundheitlichen Zustand.
Die sanfte Palpation hingegen ermöglicht es,
- die Beweglichkeit von Knochen, Muskeln und Faszien zu erspüren
- den Fluss der Körpersäfte wahrzunehmen
- Spannungsmuster zu erkennen
- und sogar subtile Felder rund um den Körper zu fühlen
So entsteht ein echter Dialog mit dem Tier – ruhig, respektvoll und tiefgehend.
Formen des Palpierens
Die Skala reicht von einem sehr festen Kontakt bis zu inimalem oder sogar kaum wahrnehmbarem Kontakt.
In der Craniosacralen Therapie wird bewusst der sanfte Kontakt gewählt – denn nur so kann Regulation stattfinden.
Was ist Cranio-Sacral-Therapie?
Die Cranio-Sacral-Therapie ist eine der drei Säulen der Osteopathie. Sie basiert auf der Arbeit mit dem craniosacralen Rhythmus, der durch die Mobilität und Elastizität von:
- Schädelknochen (Cranium)
- Kreuzbein (Sacrum)
- Hirn- und Rückenmarkshäuten
beeinflusst wird.
Durch achtsame Berührung von Kopf und Rücken sammle ich Informationen über mögliche Blockaden und Spannungen. Mit speziellen, sanften Griffen können Funktionseinschränkungen im Körper positiv beeinflusst werden – auch indirekt über die Membranen und Hirnhäute.
Das Cranio-Sacrale System – die Schaltzentrale
Das craniosacrale System umhüllt und schützt das gesamte Nervensystem. Es besteht aus:
- den drei Hirnhäuten (Dura mater, Pia mater, Arachnoidea)
- und der Gehirn-Rückenmarks-Flüssigkeit (Liquor cerebrospinalis)
Diese Flüssigkeit:
- schützt
- nährt
- und bewegt das Nervensystem
vom Schädel bis zum Kreuzbein.
Das craniosacrale System beeinflusst:
- Entwicklung
- Wachstum
- und Funktionsfähigkeit des zentralen Nervensystems
vom embryonalen Stadium bis ins hohe Alter.
Faszien – das verbindende Netzwerk
Das Fasziensystem (Bindegewebe) verbindet das craniosacrale System mit allen Körperregionen. Es umhüllt Organe, Muskeln, Nerven und Gefäße und gilt als hoch sensibles Informationssystem.
Erhöhte Spannung in einer Region:
- überträgt sich über die Faszien
- schränkt Beweglichkeit ein
- stört den Flüssigkeitsfluss
- und behindert den Informationsaustausch im Organismus
Hier setzt die Craniosacrale Therapie an – leise, präzise und nachhaltig.
Fazit
Craniosacrale Therapie ist kein „Behandeln gegen den Körper“.
Sie ist ein Arbeiten mit dem Körper.
Ein Raum für Regulation.
Ein Impuls für Ordnung.
Und oft der Moment, in dem das Tier sichtbar loslässt.
Still. Sanft. Und erstaunlich wirkungsvoll.



