Faszientechniken

Alles Leben ist Bewegung
– und genau hier setzt Faszientherapie an

Wenn sich dein Hund oder dein Pferd nicht mehr frei bewegt, ist das selten „nur ein Muskel“. Oft liegt die Ursache tiefer – im faszialen Gewebe, dem Netzwerk, das alles im Körper miteinander verbindet.

Faszien durchziehen den gesamten Körper wie ein dreidimensionales Spannungsnetz. Sie umhüllen Muskeln, Organe, Nerven und Gefäße, geben Halt, leiten Kräfte weiter und sorgen dafür, dass Bewegung fließend, koordiniert und schmerzfrei möglich ist. Ist diese Bewegung gestört, beginnt Krankheit (Andrew Taylor Still, Begründer der Osteopathie).

Warum Faszien so entscheidend sind – gerade bei Hunden und Pferden

Hunde und Pferde können uns nicht sagen, wo es „zieht“ oder „blockiert“. Sie kompensieren. Still. Oft lange. Bis sich Probleme zeigen wie:

  • Lahmheiten ohne klaren Befund
  • Leistungsabfall oder Taktunreinheiten
  • Verhaltensänderungen
  • wiederkehrende Verspannungen
  • Probleme nach OPs, Stürzen oder Traumata

Faszien reagieren auf Überlastung, Stress, Narben, Fehlbelastungen und emotionale Spannungen. Verlieren sie ihre Elastizität, entstehen Verklebungen – Bewegung wird eingeschränkt, der Flüssigkeitsaustausch gestört, Schmerzen können entstehen.

Myofasziales Release – sanft, tiefgreifend, nachhaltig

Beim myofaszialen Release geht es nicht um „Drücken“ oder „Einrenken“. Es geht um Zuhören mit den Händen. Durch sanften Druck, Zug und Verwringung folge ich dem natürlichen Unwinding des Gewebes.

Die Faszien dürfen wieder loslassen – Spannungen regulieren sich, Bewegung wird frei. Der Körper weiß, wie Heilung geht – man muss ihm nur den Raum dafür geben.

Was Faszientherapie bewirken kann:

  • Lösen von faszialen Verklebungen
  • Verbesserung von Beweglichkeit & Statik
  • Unterstützung des Lymphflusses
  • Entlastung von Gelenken und Organen
  • bessere Körperwahrnehmung & Koordination
  • mehr Leichtigkeit, Losgelassenheit und Leistungsfähigkeit

Viele Besitzer berichten nach der Behandlung von:

  • freierer Bewegung
  • sichtbar entspannterem Verhalten
  • besserem Gangbild
  • mehr Freude an Arbeit und Alltag

Wann ist eine Behandlung sinnvoll?

  • bei akuten oder chronischen Schmerzen
  • nach Verletzungen, Stürzen oder Operationen
  • bei eingeschränkter Beweglichkeit
  • bei Lymphabflussstörungen
  • bei immer wiederkehrenden Problemen ohne klare Ursache
  • präventiv, um den Körper im Gleichgewicht zu halten

Alles ist verbunden – und genau so behandle ich

Faszien arbeiten kettenartig durch den gesamten Körper. Ein Zug an einer Stelle wirkt sich woanders aus – wie bei einem Tischtuch: Zieht man an einer Ecke, entstehen Falten an der anderen. Deshalb behandle ich nicht nur das Symptom, sondern den Körper als Ganzes. Ziel ist ein neues Spannungsgleichgewicht – die Basis für gesunde Bewegung.

Dein Tier zeigt dir, wann es Zeit ist

Wenn du das Gefühl hast, dass dein Hund oder dein Pferd „nicht ganz rund läuft“, sich anders bewegt oder einfach nicht mehr so locker wirkt wie früher – dann hör auf dieses Gefühl.

Buche jetzt eine Behandlung und gib deinem Tier die Chance, sich wieder frei, leicht und schmerzlos zu bewegen. Denn Bewegung ist Leben. Und Leben verdient Qualität.

Dry-Needling für Pferd und Hund

Ein lokales Problem ist normalerweise kein einzelnes Problem, es kann andere Probleme verursachen (auf Distanz). Dies ist die Denkweise von Ursache und Wirkung.

  • Dry Needling ist eine moderne westliche Behandelmethode der Gewebestimulation an Trigger Punkten oder Trigger-Zonen mit einer soliden Akupunkturnadel.
  • Dry Needling ist basiert auf Kenntnisse der Neuronatomie, Neurophysiologie und Schmerzsysteme.
  • Dry Needling wird eingesetzt, um das körpereigene Schmerzunterdrückungssystem zu stimulieren und die Trigger Punkte ohne Medikamente zu deaktivieren.

Die erste Ärztin, die über die manuelle Triggerpunkttherapie publiziert hat, war die US-Amerikanerin und Leibärztin von John F. Kennedy, Dr. Jane Travell (1901 – 1997). Sie konnte feststellen, dass die Ursache der chronischen Schmerzen von John F. Kennedy muskulär bedingt war.

Im weiteren Verlauf entwickelten sich verschiedene Therapieansätze, um an den Triggerpunkten zu arbeiten. Eine davon ist das Injizieren von verschiedenen Substanzen (z.B. Kochsalzlösung, Glucose, Magnesiumsulfat oder ein Lokalanästhetikum) in die Triggerpunkte.

Mehr durch Zufall stellte sich jedoch heraus, dass das Setzen der Injektionsnadeln alleine bereits den gewünschten Erfolg bringt. Aus dieser Feststellung entwickelte sich der Begriff Dry Needling. Es heißt nichts anderes als trockenes Nadeln, ohne Injektion von Substanzen.

Viele Experten weltweit sind davon überzeugt, dass nicht behandelte, akute Triggerpunkte die Ursache für viele chronische Schmerzen im Bewegungsapparat sind. Triggerpunkte, auch myofasziale Triggerpunkte genannt, sind druckempfindliche Punkte in der Muskulatur, die im Verlauf von verspannten Muskelfaserbündeln liegen. Man kennt sie auch unter dem Begriff Myogelosen.

Wann wird Dry Needling eingesetzt?

  • bei Verspannungen
  • mangelnder Raumgriff der Bewegungen
  • schlechte Biegung einseitig oder allgemein
  • Bewegungsunlust
  • Rückenproblem
  • Lahmheiten unerklärlicher Herkunft
  • als Unterstützung bei akuten und chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparats
  • als Prophylaxe unter dem Gesichtspunkt der Vorbeugung von Kompensationen

Was ist der Unterschied zur Akupunktur?

Beim Dry Needling wird direkt an der Muskulatur gearbeitet, um diese wieder funktionsfähig zu machen und somit eine Schmerzfreiheit herzustellen. Mit der Akupunktur gemeinsam hat das Dry Needling eigentlich nur die Nadeln.

Das Konzept der Akupunktur ist ein komplett anderes und beruht auf einer Jahrtausende alten chinesischen Tradition, und hat immer das Ziel den Energiefluss im Organismus auszugleichen. Die Anwendungsgebiete der Akupunktur sind sehr viel weiter gefächert und beschränken sich nicht nur auf die Arbeit an den muskulären Strukturen.

Blutegeltherapie

Keine Angst vor Blutegeln!

Während der gesamten Behandlung müssen sie vom Tierbesitzer nicht berührt werden und auch ihr „Biss“ wird von Tier kaum wahrgenommen.

Sie kommen bei folgenden Erkrankungen zum Einsatz:

  • Hufrehe
  • Arthrosen
  • Arthritis
  • akute und chronische Entzündungen
  • Bandscheibenvorfall
  • Hüftdysplasie (HD)
  • Ellenbogendysplasie (ED)
  • Cauda Equina
  • schlecht heilende Wunden
  • Hämatome (auch Othhämathome)
  • Abzesse, auch Analdrüsenabzesse
  • Wundheilungsstörung

Behandlungsablauf

Bei der Behandlung bedarf es bei Hunden zwischen 1 – 3 Blutegeln, bei Pferden sind es etwa 5 – 10 Egel.

Wenn die Blutegel „angebissen“ haben, dauert es rund 45 Minuten und bis sie sich vollgesaugt haben und von alleine abfallen.

Der Biss des Blutegels wirkt auf zweierlei Weisen:

  1. Injektion von heilsamen Substanzen (z.B. von Gerinnungshemmern)
    Während des ,,Aufsägens“ erfolgt bereits die Injektion der Saliva (=Blutegelspeichel), die durch interdentale Öffnungen fließt.
  2. Absaugen von Substanzen (z.B. von durch die Gerinnungshemmer verflüssigten Thromben)
    Zeitgleich zum Aufsägen beginnen die Egel bereits mit dem Aufsaugen des verflüssigten Blutes.

Es gibt keinen Unterschied zwischen dem therapeutischen Einsatz von Blutegeln beim Menschen oder beim Tier.

Zwischen den Kalkzähnchen münden die Kanälchen der separaten Speichelzellen. Die Sekrete der Speichelzellen werden durch die Sägebewegungen effizient und fast schmerzfrei in tiefere Hautschichten gebracht. Ob diese relative Schmerzfreiheit die Folge eines Anästhetikums im Speichel ist, bleibt weiterhin umstritten.

Der abgesonderte Cocktail verbreitet sich im gesamten Körper, so dass es mitunter nicht entscheidend ist, wo die Egel angesetzt werden. Die vereinfachte Wundversorgung ist ausschlaggebend, da die gewollte Nachblutung, die 12 (selten bis 24) Stunden anhält, mit bedacht werden muss!

Auf sportliche Aktivitäten sollte an dem Tag Verzichtet werden, jedoch das spazieren gehen und/oder der tägliche Auslauf ist zu empfehlen!